Barfußlaufen – Rückenschmerzen ohne Schuhe bekämpfen

Barfußlaufen – Rückenschmerzen ohne Schuhe bekämpfen

Bestimmt hast Du schon einmal einen Barfuß-Läufer gesehen, egal ob im Park, in der Stadt oder in Bus und Bahn. Mittlerweile hat sich dieser anfängliche „Hippie-Trend“ stärker durchgesetzt und ist ins öffentliche Licht gerückt. Die Befürworter des schuhlosen Laufens betonen dabei immer wieder die vielen Vorteile und positiven gesundheitlichen Effekte. Doch was ist wirklich dran am Barfußlaufen, und inwiefern kann es sogar Rückenschmerzen den Kampf ansagen?

Zurück zur Natur

Unter Betrachtung der Evolutionsgeschichte ist es für uns Menschen tatsächlich das Natürlichste der Welt, barfuß zu laufen. Unsere frühen Vorfahren hatten schließlich noch keine Schuhe an den Füßen, und sind trotzdem jeden Tag unzählige Kilometer gelaufen. Zweifellos schützt richtiges Schuhwerk unsere Füße vor Wind und Wetter oder Verletzungen, doch es sind im Laufe der Zeit auch viele Probleme aufgetreten. Fehlstellungen oder muskuläre Dysbalancen sind gute Beispiele für Krankheiten, die auf ungünstiges Schuhwerk zurückgeführt werden können. Welche positiven Effekte bringt da nun das Barfußlaufen?

Schuhe haben Nachteile

Abgesehen von der bereits erwähnten Schutzfunktion lassen sich einige Nachteile von Schuhen aufzeigen. Die durch den Schuh vorgegebene Form beeinflussen zum Beispiel die individuelle Gangart. Dies wird vor allem bei spezifischen Bewegungen und Haltungen wie beim Schleichen, Springen oder Sprinten ersichtlich. Dabei ist ein natürlicher Laufstil nachgewiesenermaßen sehr gesund für die Füße und den ganzen Körper. Und die Fehlstellungen sind in der Regel keineswegs angeboren. Laut dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie leiden neugeborene Kinder fast nie unter Fehlstellungen. Diese entwickeln sich demnach erst im Laufe des Lebens. Und Menschen, die viel barfuß laufen, bekommen nicht so häufig Probleme mit den Füßen. Schuhe engen nämlich den Zehenbereich ein und verlagern zudem den Belastungsschwerpunkt im Fußgewölbe. Dies wirkt sich unweigerlich auf die Bänder und Muskeln der Füße und Beine aus – und damit auch auf die Rückengesundheit. Insbesondere hohe Schuhe verkürzen die Wadenmuskulatur.

Das schuhfreie Leben

Gegen eine Deformation der Füße erweist sich der natürliche Gang beim Barfußlaufen als gute Maßnahme. Auch verbessert er die Balance und Verteilung der Belastung, denn die Manipulation der optimalen Gehbewegungen bleib aus. Statt der Ferse setzt beim Laufen ohne Schuhe der Mittelfuß zuerst auf. Dies reduziert den Aufprall erheblich. Oftmals entstehen Rückenprobleme auch durch Ausweichbewegungen bei schwacher Muskulatur und den daraus folgenden Dysbalancen. Laufen ohne Schuhe stärkt die Fußmuskulatur und gibt der Wirbelsäule Halt. Außerdem wirkt es wie ein Stoßdämpfer für den Rücken und hat dadurch eine entlastende Funktion. Langfristig gesehen verbessert das barfuß laufen demnach auch die Körperhaltung.

Insbesondere Untergründe wie Wald oder Kieselsteine geben Deinen Füßen eine vollautomatisierte Fußreflexzonenmassage. Und das fördert nicht nur Verdauung und Herz-Kreislauf-System, sondern auch Gelassenheit und Achtsamkeit. Die Annahme, dass man durch barfuß laufen schneller krank wird, ist nicht allgemeingültig. Angepasstes schuhfreies Lauftraining mit stetig steigender Intensität härtet die Fußsohlen sogar ab und stärkt das Immunsystem. Dies hat schon Kneipp in seinem Motto „Kältereiz ist Lebensreiz“ ausgedrückt.

Auch vor Schweißfüßen, Pilzerkrankungen oder Hornhaut brauchst Du keine Angst zu haben. Diese Probleme entstehen nämlich nur durch Reibung oder Feuchtigkeit, was beim barfuß laufen nicht gegeben ist. Ganz im Gegenteil, die Füße bleiben trocken und gut belüftet. Abgesehen von den körperlichen Effekten des barfuß laufen gibt es auch kognitive Vorteile. Alloway et al. fanden in einer Studie im Jahr 2016 heraus, dass das Arbeitsgedächtnis durch barfuß laufen verbessert wurde. Probanden, die einen Parkour ohne Schuhe durchliefen, waren achtsamer und zeigten bessere kognitive Leistungen als Diejenigen der Kontrollgruppe.

Fazit

Barfuß laufen bietet demnach viele Vorteile auf physischer sowie mentaler Ebene und ist außerdem kostenlos und unkompliziert. Wichtig ist jedoch, es langsam und Schritt für Schritt anzugehen, um keine Überlastung herbeizuführen. Du kannst beispielweise erst nur drinnen barfuß laufen, und Dein Gebiet dann auf Parks oder Wälder ausweiten. Für die Stärkung der Fußmuskulatur kannst Du TOEGA ausprobieren. Hierbei machst Du Yogaübungen für die Zehen, und beugst Schmerzen und übermäßiger Belastung vor.

Für weitere Informationen schau Dir unseren Beitrag über Maßnahmen für einen gesunden Rücken an!

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