Frau sitzt in Seitenansicht meditierend im Lotussitz

Was ist Meditation?

 

Überall liest man von Meditation. Studenten, alleinerziehende Mütter, Top-CEOs. Wenn man durch den Park läuft, sieht man Menschen im Schneidersitz auf der Wiese sitzen. Jeder scheint heute zu meditieren, Meditation ist „in“. Was genau bewirkt sie, warum macht das jeder und vor allem…. Wie funktioniert das eigentlich? Alles, was Du dazu wissen musst, erfährst Du in unserem Artikel.

 

Meditieren kann jeder

Das Beste gleich zu Beginn: Meditation ist kinderleicht, jeder kann das Meditieren lernen. Dazu benötigst Du weder großartiges Vorwissen noch irgendwelche spezielle Ausrüstung. Fangen wir also am besten sofort an!

Wieso sollte ich überhaupt meditieren?

Was soll das überhaupt bringen? Ist das nicht nur was für irgendwelche Mönche im Kloster oder auf dem Berg? Unsinn! Meditation kann Dir dabei helfen, in den verschiedensten Bereichen Deines Lebens eine Verbesserung zu erzielen.

Das Gedankenkarussell anhalten – der „Monkeymind“ in der Meditation

Was Du durch regelmäßige Meditation zunächst lernst, ist, wieder bewusster durch das Leben zu gehen. Denn im Grunde besteht sie aus nichts anderem als der aktiven Steuerung Deiner Aufmerksamkeit. Diese hüpft in unserem Alltag meist wie ein Flummi von einem Punkt zum nächsten, ohne lange bei einem zu verweilen. Die Mönche im Yoga und in der Meditation sprechen von ihr auch als vom sogenannten Monkeymind, da sie wie ein munteres Äffchen von Gedanke zu Gedanke springt. Ein Wohnungswechsel steht an. Wir müssen an alles denken, Kisten packen, in die Stadt zur Abmeldung, Formulare ausfüllen… was, wenn die neuen Nachbarn komisch sind? Was, wenn ich mich in der Stadt nicht zurechtfinde? Und schon nimmt das Gedankenkarussell volle Fahrt auf und ist nicht mehr zu bremsen. Woran das liegt? Wir sind in fast all diesen Momenten unbewusst. Wir lassen zu, dass Gedanken und Gefühle uns kontrollieren, statt selbst die Kontrolle zu behalten. Meditation ist im Grunde nur die Umkehr dieses Prozesses. Du leitest ganz bewusst Deine Aufmerksamkeit.

Deine Gedanken sind nur ein kleiner Teil von Dir

Damit im Zusammenhang steht auch einer der wichtigsten Aspekte der Meditation. Mit zunehmender Übung wirst Du feststellen, dass Du nicht aus Deinen Gedanken bestehst. Das klingt sicher im ersten Moment ein wenig esoterisch, ist aber vollkommen nachvollziehbar und schnell erklärt. Mit Sicherheit sind Dir bestimmte Situationen in Erinnerung, in denen Du vor Sorgen um etwas partout nicht einschlafen, Dich aufgrund negativer Gedanken nicht konzentrieren konntest oder Du Dich von Angstgefühlen nahezu überwältigt fühltest. Das ist überhaupt kein Wunder. Laut Untersuchungen von Quantenphysikern kommen im Schnitt pro Tag 60.000 Gedanken in unseren Kopf, von denen gerade mal 3 Prozent aufbauender Natur sind. Regelmäßiges Meditieren lehrt Dich, diese Gedanken zwar auftauchen zu lassen und durchaus auch wahrzunehmen, sie jedoch nicht zu bewerten. In der Tradition des Meditierens werden Gedanken daher oft als Autos auf einer geschäftigen Straße oder als Wasserrosen auf einem See dargestellt. Meditation bringt Dir bei, die Rolle des reinen Beobachters einzunehmen, der seine Gedanken zwar wahrnimmt und akzeptiert, sie aber weder als positiv noch negativ bewertet. Und auch nicht an ihnen hängen bleibt. Sie ziehen einfach an Dir vorbei.

Verbesserung der Stimmung

Du wirst bei regelmäßig durchgeführter Meditation sehr schnell merken, dass sich Deine allgemeine Stimmungslage aufhellen wird. Vollkommen logisch, sobald Du Dir deutlich weniger Sorgen machen musst, bessert sich auch Deine Laune.

Stress wird reduziert

In der Meditation übst Du verschiedene spezifische Verhaltensmuster ein, die den Stress mindern. Sobald Du dann in entsprechenden Situationen bist, musst Du Dich an das Gelernte lediglich erinnern und es anwenden. Die Meditation ist also eine Art Trockenübung für den Ernstfall. Du bist erheblich ausgeglichener, kannst Dich besser auf Deine Aufgaben konzentrieren und wirst so wesentlich produktiver und kreativer – plötzlich ist im Kopf Platz für neue Ideen, Projekte und Ziele.

Gut, Ihr habt mich überzeugt! Aber ist das nicht viel zu kompliziert?

Wie wir schon erwähnt haben: Überhaupt nicht! Wie gesagt: Auf den Kern reduziert ist Meditation nicht viel mehr als das bewusste Steuern der eigenen Aufmerksamkeit. Es klingt zu einfach, aber das ist im Grunde wirklich alles. Zuvor sollten wir allerdings kurz klären, was Meditation nicht ist, denn hier gibt es allerlei weitverbreitete Missverständnisse und falsche Assoziationen. So hoffen wir, falschen Erwartungen im Voraus vorzubeugen.

Keine Entspannungsmethode, aber auch kein Gedankenstopp – was ist Meditation nicht?

Auch wenn sie oft damit assoziiert wird: Meditation ist keinesfalls (nur) eine Entspannungstechnik. Zweifelsohne führt regelmäßiges Meditieren zunehmend zu körperlicher wie geistiger Entspannung, allerdings ist diese eher ein schöner Zusatzeffekt. Um gezielte Entspannung herbeizuführen eignen sich Methoden wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training oder auch Yoga um einiges besser.

Meditation ist aber genau so wenig reines „nichts tun“. Eher im Gegenteil verhält es sich so, dass, je mehr Du versuchst an gar nichts zu denken, Chaos in Deinem Kopf entsteht. Denk an das berühmte Beispiel vom roten Nashorn. Du hast die Aufgabe, unter gar keinen Umständen an ein rotes Nashorn zu denken. Was wird geschehen? Natürlich… Du wirst ständig an ein rotes Nashorn denken. Meditation heißt zwar: die Gedanken beruhigen, aber nicht: die Gedanken abstellen.

Ein Anfang ist schnell gemacht

Zu Beginn musst Du im Grunde nur auf drei Dinge achten:

  1. Nimm eine aufrechte, aber für Dich bequeme und nach Möglichkei stabile Sitzhaltung ein. Achte dabei auf eine gerade Wirbelsäule.
  2. Richte Deine gesamte Aufmerksamkeit auf ein Meditationsobjekt Deiner Wahl. Was das ist, dazu gleich mehr!
  3. Bleibe bei alldem entspannt, setze Deinen Fokus auf Dein Objekt, wende dabei aber keinen Zwang an.

Auch wenn Dein Meditationsobjekt in unterschiedlichsten Dingen wie einem Mantra bestehen kann, hat es sich als sinnvoll erwiesen, für den ersten Anfang den eigenen Atem zu wählen. Der eigene Atem ist kein externes Objekt und „geschieht von selbst“. Folge dazu einfach Deinen eigenen Atemzügen und beobachte, wie sich Dein Atem verhält. Ist er eher ruhig oder hastig? Atmest Du eher tief und gleichmäßig oder flach und unregelmäßig? Und wie fühlt sich das alles für Dich an? Entscheidend ist: Bewerte Deine Beobachtungen nicht als schlecht oder gut. Nimm einfach wahr. Das gilt auch und ganz besonders für aufkommende negative Gedanken und Emotionen wie Sorgen und Ängste. Das wird Dir anfangs vermutlich etwas schwer fallen, das ist aber ganz normal und Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. Besonders „im Westen“ sind wir es nicht mehr wirklich gewohnt, uns ohne äußere Ablenkungen nur auf uns selbst zu konzentrieren. Mit fortlaufender Übung wirst Du Dich daran gewöhnen und schneller als Du denkst wird Dir dieses Vorgehen sehr leicht fallen.

Genauso können wir Dich beim Thema Sitzhaltung absolut beruhigen. Du denkst bei Meditation sicher instinktiv an Menschen im Lotussitz. Dabei ist es absolut nicht nötig, Deinen Körper irgendwie zwanghaft zu verrenken und Dir einen Knoten in die Beine zu machen. Es ist ebenso gut möglich, Dich einfach nur in einen Stuhl zu setzen oder Dich – wenn Dir auch das zu schwer fällt – sogar auf den Rücken zu legen. Eine stabile Sitzhaltung mit gerader Wirbelsäule wäre zwar ideal, aber in erster Linie musst Du Dich wohlfühlen und in der Lage sein, Dich gut konzentrieren zu können.

Übrigens ist Meditation auch in keiner Art und Weise religiös oder spirituell gebunden. Wie schon gesagt: Jeder kann meditieren.

Hilfreiche Tipps für den Anfang Deiner Meditationsreise

Es ist am allerbesten, wenn Du gerade zu Anfang das Meditieren fest in Deinen Alltag einbaust und es zu einer Gewohnheit machst, regelmäßig zu meditieren. So gewöhnt sich unser Gehirn an das neue Vorhaben und kann es wesentlich besser als Muster abspeichern. Diesen Prozess kannst Du besonders effektiv unterstützen, indem Du immer zur gleichen Zeit meditierst. Dafür eignen sich besonders gut die ersten Stunden direkt nach dem Aufstehen, wenn der Kopf noch nicht mit Gedanken gefüllt, das Handy noch aus und Du noch in einem wesentlich klareren geistigen Zustand bist. Und unter uns: Nichts ist erfrischender als eine kurze Meditationssitzung am frühen Morgen – da kann kein Kaffee der Welt mithalten!

Fazit

Wie Du siehst: Meditation ist gar nicht so schwierig, wie Du vielleicht dachtest. Wenn Dein Alltag es erlaubt, nimm Dir doch am besten gleich nach dem Lesen dieses Beitrags ein paar Minuten und probiere es aus: Setz Dich aufrecht, schließe Deine Augen und beobachte Deinen Atem. Gönn Dir diese Auszeit. Du wirst schnell merken, dass Du ruhiger wirst. Wie schon gesagt: Es gibt kein Richtig und Falsch, einfach anfangen!

 

 

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