Nur nicht aufregen – Wie Du Wartezeiten effektiv nutzen kannst

Ein Knacksen im Lautsprecher… „Informationen zu RE11, planmäßige Abfahrt 10:55, heute voraussichtlich 45 Minuten später und von Gleis 4, direkt gegenüber. Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf. Ich wiederhole…“.  Wohlbekannte Worte, die die meisten von uns kennen und die wenigsten von uns hören wollen. Wir sind eine Pendler-Gesellschaft. Die Reaktion ist oft: Unmut, Ärger, Unverständnis und – Stress. Und das ist auch nachvollziehbar, denn wir können an der Situation nichts ändern und meist kommt sie unerwartet. Was wir allerdings sehr wohl ändern können, ist die Art und Weise, wie wir mit solchen Situationen umgehen. Wir stellen heute einige Wege vor, mit (unvorhergesehenen) Wartezeiten umzugehen und sie sogar sinnvoll zu nutzen.

Gelassen bleiben

Der beste Ratschlag gleich zu Anfang: Nur die Ruhe. Akzeptiere die Situation, mache Dir bewusst dass Du sie nicht ändern kannst und versuche, mit einer gelassenen Haltung an sie heranzugehen. Wir wissen natürlich, dass das manchmal leichter gesagt als getan ist, aber sich darüber aufzuregen kurbelt den ohnehin schon vorhandenen Stress nur unnötig weiter an. Davon hat niemand etwas, am wenigsten Du selbst. Der klügere und vor allem gesündere Weg besteht da definitiv in Gelassenheit und einer grundsätzlich positiven Haltung.

Beobachte Deine Umgebung

Was eigentlich sehr naheliegend ist, kommt möglicherweise vielen gar nicht in den Sinn. In der heutigen Zeit sind wir fast durchgängig abgelenkt. Einflüsse von außen, Musik in den Ohren und bei der kleinsten unvorhergesehenen Wartezeit wird sofort das Smartphone gezückt. Selten konzentrieren wir uns wirklich mal zu 100 Prozent auf unsere direkte, unmittelbare Umwelt. Nutze doch daher die unerwartete Verspätung genau dazu: Beobachte, was um Dich herum geschieht. Gerade ein überdurchschnittlich belebter Ort wie ein Bahnhof eignet sich dazu hervorragend. Wohin wohl die Familie jetzt am Wochenende verreisen will? Vermutlich in den Urlaub. Warum schreit das Kleinkind, das mit seiner Mutter auf dem Bahnsteig steht? Was denkt wohl der Geschäftsmann, der permanent nervös auf seine Uhr schaut? In jedem Fall gibt es in Deinem Umfeld zahlreiche Dinge zu beobachten. Also: Augen auf!

Lies‘ etwas

Diesen Tipp von Berta aus Loriots berühmtem Sketch möchten wir Dir ebenfalls ans Herz legen. Es ist immer hilfreich, ein gutes Buch dabei zu haben. Das wirst Du spätestens jetzt merken. Unter Umständen hast Du im Zug ja eh bereits gelesen, dann ist die nun entstandene Pause ideal, um Deine Lektüre da fortzusetzen, wo Du sie zuletzt beendet hast. Falls Du in Deiner Freizeit nicht unbedingt zu der Gattung der Leseratten  gehörst, musst Du vielleicht dennoch dann und wann Fachbücher lesen, etwas fürs Studium oder Deine Arbeit? In jedem Fall gilt: Wer immer Lesestoff mit sich führt, ist für jede noch so lange und unvorhergesehene Wartezeit gerüstet.

Entdecke Dein Umfeld

Du kannst die Zeit auch einfach dazu nutzen, Dir mal kurz die Beine zu vertreten. Ob Du einen kleinen Spaziergang direkt am Gleis machst (Du wirst erstaunt sein, wie lang so ein Bahnsteig sein kann) oder durch den Bahnhof läufst – Bewegung ist immer gut, sowohl für den Körper als auch für den Geist. Vor allem verschwindet auf diesem Wege auch das Gefühl, nur sinnlos herumzustehen und nichts tun zu können. Je nach Ausmaß der Verspätung lohnt es sich vielleicht sogar, durch den Ort beziehungsweise die Stadt zu laufen. Fast jeder größere Bahnhof hat mittlerweile außerdem so etwas wie einen kleinen Zeitungs- und Buchladen – hier könntest Du Dir zum Beispiel ein Buch kaufen, falls Du keines dabei hattest. Viele Bahnhöfe haben auch so etwas wie einen kleinen Supermarkt oder eine Bäckerei. Und wenn Du ganz großes Glück hast, findest Du ein Café, in dem sich die Wartezeit schon wesentlich angenehmer überbrücken lässt.

Fazit

Du siehst: Es gibt diverse abwechslungsreiche und zum Teil sogar gesundheitlich sinnvolle Möglichkeiten, unerwartete Wartezeiten vernünftig zu nutzen. Bevor Du beim nächsten Mal, wenn der Gong ertönt und das berühmte „Sehr geehrte Fahrgäste…“ Schlimmes erahnen lässt, sei nicht genervt, greif vielleicht nicht instinktiv zum Smartphone, sondern probiere eine der hier vorgestellten Methoden aus. Und ehe Du es Dich versiehst – kommt auch schon der Zug. Aber nicht verpassen!

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